ANDALUSIEN – Die Weinstraße von Ronda – der Wein des antiken Roms

Ursprung

Archäologische Funde, wie zum Beispiel römische Münzen, beweisen, dass die Weinanbautradition der Serrania de Ronda bis auf das 1. Jahrhundert v.Chr. zurückgeht. Das Werk „Die Abteilungen der Katholischen Könige“  des 15. Jahrhunderts zeigt auch die besondere Bedeutung der Weinrebe und des Weins. Auch die kommunalen Verordnungen der Stadt aus dem Jahr 1568 bestätigen dies.

Die Weingüter und die Weinstraße der Serrania de Ronda in der Provinz Málaga findet man in den Orten Ronda und Arriate zwischen den Naturparks Grazalema, Alcornocales und die Sierra de las Nieves, die zu Biosphärenreservaten erklärt wurden. Die geologisch vielfältigen Anbauflächen und das besondere mediterrane Klima machen die Weine mit der Herkunftsbezeichnung „Málaga. Sierras de Málaga“ so einzigartig.

Charakter

Eines der Charakteristika der Serrania de Ronda Weine ist die Ruhe. Aus den Rebsorten Colombar, Gewürzrtraminer, Viognier, Riesling, Sauvignon Blanc und Chardonnay wird der Weißwein hergestellt. Die Rebsorten Cabernet, Romé, Sauvignon, Shyrah, Merlot, Grenache, Tempranillo, Cabernet Franc, Petit Verdot, Pinot Noir, Malbec, Graciano, Tintilla de Rot und Mourvèdre gewinnt man den Rotwein.

Es sind im Allgemeinen fruchtige Weine. Mit steigender Lagerung dämpfen sich die Aromen, sie werden komplexer und gewinnen die typischen Aromen der Crianza-Weine.

Farblich zeichnen sich die Weißweine durch ein Hellgelb mit grünlichen Reflexen aus. Die älteren Jahrgänge werden goldfarben. Die Farbspanne der Rotweine beginnt bei einem Violettton und endet bei den älteren Weinen bei einem Ziegelrot. Die Roséweine weisen eine große Varietät an Rot- bis Rosatönen auf.

Aktivitäten

Auf der Weinstraße von Ronda werden neben den gastronomischen und olfaktorischen Attraktionen auch eine Vielzahl an weiteren Angeboten für die Besucher angeboten. Dazu gehören Weintherapie-Behandlungen, Verkostungskurse, Konzerte in Weinkellereien, Spaziergänge in den Weinbergen, Kostproben der lokalen Gastronomie sowie auch aktive Freizeitangebote für Touristen jeden Alters. Das Freizeitangebot reicht von Wandern, Radfahren und Vogelbeobachtung bis zu Heißlustballonfahrten, experimenteller Archäologie, Kanufahren und Canyoning. Das kulturelle Programm bietet beeindruckende Höhepunkte wie die Feria , das Festival Pedro Romero und die Karwoche in Ronda und  Arriate.

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ANDALUSIEN- Der Grüne Weg des Öls in der Provinz Córdoba

Grüne Wege oder „Vías Verdes“ nennen sich die stillgelegten Eisenbahnstrecken, auf denen man großartige Wanderungen und Radtouren in der Natur unternehmen kann. Weil sie leicht zugänglich sind, können sie von Reisenden jeder Fitness, Mobilität und jeden Alters begangen bzw. befahren werden.
Mittlerweile gibt es schon 115 der grünen Wege in ganz Spanien (bis auf den kanarischen Inseln). Sie befinden sich im Inland sowie auch an der Küste. Die Gesamtstrecke beträgt etwa 2.400 Kilometer. Die einzelnen Strecken sind sehr abwechslungsreich, verwehren Auto den Zugang und führen durch wunderschöne Landschaften. Ob ländliche oder urbane Wege oder Wanderstrecken, für jeden ist etwas dabei. Kurze Strecken von etwa 5 Kilometern und auch längere Wege von 100 Kilometern bilden die „Vás Verdes“. Weicher Untergrund, wenige Kurven und minimale Steigungen laden jeden Naturliebhaber ein, Spanien auf diese Weise zu entdecken.
Auch durch Andalusien füren die Wege und bieten eine besondere Möglichkeit, Ruhe, Sport und Natur zu erleben.

Der „Grüne Weg des Öls“

Besonders interessant sind die ehemaligen Eisenbahnstrecken dadurch, dass sie durch Landstriche verlaufen, welche durch ihre Geschichte, ihre Gastronomie und ihre Kultur beeindrucken. Zum Beispiel verläuft von Córdoba nach Jaén der „Grüne Weg des Öls“, der nach dem damaligen Ölzug benannt ist. Er ist der längste grüne Weg in Andalusien mit 128 Kilometern. Zwischen 1893 und 1985 wurden auf dieser Strecke zwischen der Stadt Jaén und dem Bahnhof Campo Real in der Provinz Córdoba Kesselwägen mit Öl in loser Schüttung, aber auch Kohle des Belmez-Beckens transportiert. 12 damalige Bahnhöfe wurden für den Besuch des „Vía del Aceite“ restauriert und mit Restaurants neu belebt. Außerdem gibt es 13 Eisenbahnviadukte der Eiffel-Schule, sechs Fußgängerüberwege, drei Tunnel und 45 Ruhezonen sowie fünf Quellen entlag des Weges.

Reiseführer zum „Vía del Aceite“

Die cordobesische Tourismusbehörde hat nun einen aktuellen, 114 Seiten informativen Führer veröffentlicht. Er beschreibt im Deail die Abschnitte des „Ölweges“ durch die Provinz von Córdoba, seine Umgebung und Übernachtungsmöglichkeiten sowie Freizeitaktivitäten. Er informiert über Herbergen, Hotels, Pensionen, Campingplätze und Restaurants, die man auf dem Weg durch den grünen Weg aufsuchen kann. Auch Fahrradverleihstationen, sehenswerte Kirchen, Festungen, Klöster und Aussichtspunkte sind darin vermerkt. Bald soll es auch einen Führer auf Deustch geben. Der Weg läd dazu ein, das Ölivenöl Virgen Extra der Herkunftsbezeichnung DOP Baena y Lucena sowie auch diverse Weine und Essigsorten der DOP Montilla Moriles kennenzulernen. Geschmückt wird der Weg vom Naturpark Sierras Subbéticas und großflächigen Olivenhainen. Der Weg in der Provinz Córdoba lässt sich in fünf Abschnitte einteilen. Man beginnt am Viadukt vom Guadajoz, fährt fort in Baena, Doña Mencia, Cabra und Lucena. Nach etwa 70 Kilometern endet der Weg in Córdoba am Puente Genil.

Die ideale Jahreszeit, sich auf den grünen Weg des Öls radelnd oder wandernd zu machen, um die beeindruckende Natur Córdobas zu erleben, ist der Herbst.

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ASTURIEN – Historische Gärten – Der ehemalige Klostergarten Campo de San Francisco in Oviedo

Mitten im Zentrum der Hauptstadt Asturiens, in Oviedo, befindet sich der damalige Klostergarten des San Francisco. Es wundert nicht, dass Reisen zu historischen Gärten immer populärer werden. Besonders der 9 Hektar große Stadtpark ist eine Oase der Ruhe. Als die Stadt im 19. Jahrhundert im Umbruch war, wurde der Garten in einen öffentlichen Park umgestaltet.

Gewundene Pfade und verwinkelte Gassen, aber auch breite Wege und königliche Alleen verwandeln den Park in ein Paradies aus zahlreichen Grüntönen, welches über 1000 Bäume von 51 unterschiedlichen Arten und über 100 Varianten beherbergt. Riesige Platanen und mächtige Rosskastanien, sowie über 300 Jahre alte Eichen und Schwarzpappeln charakterisieren das Erscheinungsbild des Parkes. Er innert an einen englischen Garten im spanischen Norden.

Die Grünanlage ist wichtiger Teil der Geschichte der Stadt. Ihr Ursprung geht auf ein Franziskanerkloster des 13. Jahrhunderts zurück. In seinen Mauern sitzt nun der Junta General des Fürstentums Asturiens. Durch die Ruinen des romanischen Portals der früheren Kirche des San Isidrio entsteht romantische Stimmung. Magisch erscheint auch die Ruhe zwischen der grünen Blätterpracht, den farbenfrohen Blüten, verwundenen Zweigen und knorrigen Bäumen. Zwischen dem grünen Geflecht der Äste schauen Bögen, Statuen und Denkmäler hervor. Eines davon ist die Statue des in Oviedo aufgewachsenen Autors Clarín. Er war bekannt als gerissener Kritiker gegen den Konservatismus des 19. Jahrhunderts. Sein Roman „Die Regentin“ ist bekannt als die spanische Version des Werkes „Madame Bovary“.

Besonders schön ist ein Spaziergang durch den San Francisco Park an einem Herbsttag, wenn Braun-, Ocker- und Goldtöne des verwelkten Laubes, der Gräser und der Blumen ineinander übergehen und es nach frischer, feuchter Luft duftet, man frei laufende Pfauen und ihr prächtiges Gefieder beobachten kann und sich die Eulen in den Kronen der Bäume des städtischen Naturraums zeigen.

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BASKENLAND – Slow Food zeichnet das Salz von Añana aus

Die weltweite Bewegung des Slow Food fördert den Konsum von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln aus traditioneller Herstellung. Das Salz von Añana ist genau wegen seiner Hochwertigkeit, der traditionellen Gewinnung und seiner tausendjährigen Gebrauchsgeschichte als signifikantes Produkt mit außergewöhnlichem Wert ausgezeichnet.

In dem Salztal von Añana, eine halbe Stunde entfernt von der baskischen Hauptstadt, wird das Salz mit einer jahrtausendealten Technik gewonnen. Das durch Verdunstung erzeugte Salz zeugt nicht nur von besonderer Qualität, sondern beeindruckt auch durch die unvergleichbare terrassierte Kulturlandschaft, welche durch die Jahrhunderte der Salzgewinnung entstand. Immer mehr Reisende besuchen das Salztal, den Ursprungsort des weißen Goldes. Dank der Slow Food Bewegung triumphiert es weltweit in der Haute Cuisine. Es zeugt von außergewöhnlicher Reinheit, weil es von einem Salzmeer von vor 200 Mio. Jahren stammt.

Das Salz lässt sich in vier verschiedene Typen klassifizieren. Davon verfeinert das Mineralsalz eine Bandbreite an Speisen. Das Fleur de Sel wird besonders gerne für Fleisch- und Fischgerichte verwendet. In kleinen Fläschchen wird ein flüssiges Salz angeboten, welches sich besonders gut für Salate eignet. Darüber hinaus gibt es noch die fein geriebenen Salzstalaktiten, auf spanisch Chuzos de Sal genannt, welche den Gerichten den letzten Schliff geben und zart im Munde verschmelzen.

Neben seiner Eigenschaft, den Gerichten einen besonderen Geschmack zu verleihen, hat es auch gesundheitsfördende Komponenten. Angeschlossen an das Salztal ist ein Salinen-Spa. Die Besucher, die ihre Hände und Füße in eine Salzlake mit einer Konzentration von 240gr Salz pro Liter tauchen, spüren schnell die wohltuende Wirkung des hypersalinen Quellwassers. Auch wissenschaftliche Studien belegen die therapeutischen Charakteristika der Solebäder. Es soll die Durchblutung fördern und die Elastizität des Gewebes verbessern, die Haut besonders mit Mineralien versorgen und sogar der Athrose entgegenwirken. Außerdem können entzündliche Gelenkerkrankungen, Ekzeme, Sehnenentzündungen und Allergien damit behandelt werden.

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BASKENLAND – Der große Vieh- und Bauernmarkt von Guernika

In der Provinz Vizcaya unweit von San Sebastián liegt das Städtchen Geurnika, welche im spanischen Bürgerkrieg triste Berühmtheit erlangte. Doch es ist nicht nur ein Symbol der Zerstörungswut der deutschen Legion Condor, sondern auch Inbegriff baskischer Justiz. Einst versammelten sich die Basken unter dem sinnbildlichen Eichenbaum der Casa de Juntas del Señorío de Vizcaya und entscheideten über die Geschicke ihres Landes.

Jährlich am letzten Montag des Oktobers findet in der Altstadt von Guernika-Lumo ein ganz besonderes kulinarisches Fest statt. Nicht nur Viehhändler bieten ihre Tiere auf einem der bedeutensten Viehmärkte im Baskenland an, sondern auch die baserritarras, die baskischen Bauern, offerieren auf über 900 Marktständen ihre landwirtsfchaftlichen Erzeugnisse.

Im Mittelpunkt der Attraktionen des Marktes stehen auch die Wettbewerbe um die hochwertigsten Produkte, die auf dem Markt angeboten werden. Eine Jury entscheidet um die schönsten Blumen, das beste Obst, den köstlichsten Käse, den feinsten Honig und den mundigsten Txakoliwein. Schon am frühen Morgen verkosten und begutachten sie die Angebote, noch bevor sie verkauft werden dürfen. Mittags findet dann am Mercurio-Brunnen die Preisverleihung statt. Gourmets und Gourmands von nah und fern haben bei ihrem Besuch zudem die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Brotspezialitäten, Apfelweinsorten, Gebäck, Süßigkeiten, Gemüse, Leberpasteten, Produkten mit Herkunftsbezeichnung und Ökoerzeugnissen.

Den Besuchern wird präsentiert wie traditionelle Produkte des Baskenlandes von Hand hergestellt werden und außerdem informiert man über die modernste Technik der Landwirtschaftsmaschinen.

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ANDALUSIEN – Magellan und das Aquarium von Sevilla

Im Aquarium von Sevilla schickt man Sie auf eine 90-minütige Reise, auf der sie die Flora und Fauna in 35 Einzelaquarien entdecken, die der Portugiese Magellan 1519 schon auf seinen Seefahrten auf der Suche nach den Gewürzinseln entdeckte. Dieses Universum, welches der Seefahrer schon auf seiner zweijährigen Expedition erlebte, wird im Aquarium mit 3.000 Kubikmetern Wasser, 400 Meerestierarten und 7.000 Exemplaren nachgebildet.

Die Entdeckungstour beginnt auf dem Fluss Guadalquivir. Dort segelten damals Magellans fünf Schiffe nach San Lucar de Barrameda. Die Entdeckung wird durch unterschiedliche Becken repräsentiert, in welchen allokthone und autochtone Arten, also fremde und heimische in Freiheit lebende Arten von Lebewesen zuhause sind. Vom Atlantischen Ozean bis hin zu den Kanarischen Inseln bewegt sich die Reise. Es sind dem Meeresboden des Archipels eigene Spezies zu sehen.

Die Atlantiküberquerung stellt sich durch zwölf weitere Becken dar. In denen kann man die Lebensweise und das Verhalten der für diese Meeresart typischen Bewohner betrachten. Das Ozeanarium wird durch den Sprung über den großen Teich repräsentiert. Allein dieses besteht schon aus 2 Millionen Liter Wasser. In diesem Becken, in welchem sich außerdem verschiedene Haiarten tummeln, stürzt außerdem ein 9m hoher Wasserfal in die Tiefe. Es ist das größte und tiefste Aquarium auf der gesamten iberischen Halbinsel.

Nun geht die Entdeckung vom Atlantik weiter in das Amazonasgebiet, wo die ersten Landtiere, Reptilien, in der nachgestellten Dschungelvegetation zu sehen sind. Die Besucher setzen dann ihre Expetition entlang Südamerikas Küste fort wo sie die Magellanstraße durchqueren und auf dem Pazifik bis zu den Philippinen gelangen. Dort befinden sie sich auf den Gewürzinseln, dem Hauptziel der Reise.

Auf diese Weise hatte der portugiesische Seefahrer die Westroute gefunden. Nachdem er in einer Schlacht ums Leben kam, noch bevor sie die Philippinen erreichten, wurde Juan Sebastián Elcano damit beaftragt, die Reise zurück nach Spanien zu leiten. Dem neuen Kapitän der Nau Victoria gelang mit der Überquerung des Indischen Ozeanes und der Rückkehr nach Spanien von Afrika die erste Umrundung der Erde. Auch seine Route repränsetiert das Aquarium in Sevilla.

Die 35 Becken bilden eine hohe Biodiversität in dem Aquarium. Die Besucher bewundern dort Bullenhaie mit 2,5 Metern Länge, Haie mit schwarzen und weißen Schwanzspitzen, Stachelrochen, Krokodile, Hammerhaie und Matamata-Schildkröten aus dem Amazon. Auch der Nachbau des Segelschiffs Nao Victoria, welcher mit dem Kapitän Elcano zu ersten Mal die Erde umrundete, wird im Aquarium zu sehen sein. Die Ozeanfische, die nun die Becken des Aquariums in Sevilla bevölkern, kommen aus Aquarien in O Grove, Gijon und Lanzarote. Andere Fischarten zogen aus dem Aquarium Roquetas de Mar und dem Oceanográfic in Valencia nach Sevilla. Die tropischen Fische kommen sogar aus ganz Europa.

Als auf wissenschaftlicher, bildender und freizeitgestaltender Ebene prestigeträchtiger Ort bereichert das neue Aquarium an der Muelle de las Delicias in Sevilla das touristische und kulturelle Angebot der andalusischen Hauptstadt.

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GALICIEN – „Französischer Weg“

Eine neue gastronomische Route einlang des Französischen Weges nach Santiago de Compostela ist eine saisonale Initiative des galicischen Tourismusverbandes Turismo de Galicia. In den Herbst- und Wintermonaten möchte man Wanderer und Reisende mit den typisch galicischen Spezialitäten bekannt machen.

In der Gemeinde Samos in der Provinz Lugo beginnt die neue gastronomische Route und ist die erste der elf Stationen auf denen man das kulinarische Angebot Galiciens erkunden kann. Die elf Gemeinden entlang des Französischen Weges laden an den Wochenenden in den Herbst- und Wintermonaten Pilger und einfache Touristen dazu ein, den Geschmack vieler regionaler Produkte zu entdecken. An den „Gastronomischen Tagen“ werden u.a. der Eintopf „Cocido“ und Schweinefleisch, der Cebreiro Käse, selbstgebackendes Brot, Majarín Kekse, Tintenfisch, Wurst, Aale, Osterringe, Ancano-Kuchen, Käse, Brandy, Schnaps aus Arzúa-Ulloa, Kapaun, Löffelbiskuits oder Pino-Huhn angeboten. All diese Produkte sind typisch für die elf verschiedenen Orte am Französischen Jakobsweg, der im Jahre 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Beteiligt an der Initiative, die bis 2020 jeweils von Oktober bis Januar durchgeführt werden soll, sind die Gemeinden Cebreiro, Triacastela, Samos, Sarria, Dela, Portomarín, Monterroso, Palas de Rei, Melide, Arzúa und O Pino. Die Idee hinter dieser Initiative ist auch die Wiederbelebung dieses Jakobsweges sowie auch viele weitere Jakobswege zum Jakobnischen Jahr „Xacobeo 2021“ wiedererweckt werden sollen.

Von den hunderttausenden Jakobspilgern sind jährlich über die Hälfte Ausländer. Und von Jahr zu Jahrnwächst die internationale Beliebtheit der Kulturroute und erreicht neue Rekorde.

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KASTILIEN-LEÓN – Spanische Gastronomiehauptstadt 2018

Der Titel „Capital Española de la Gastronomía“ wird in Spanien seit 2012 verliehen. Damals wurde die Stadt Logroño zur ersten Gastronomiehauptstadt Spaniens erwählt. Burgos, Vitoria, Cáceres und Toledo folgten als Preisträger. Im Jahr 2018 löste León Huelva in Andalusien ab.

Mit dem Motto „Königlich Speisen“ konnte sich León gegen Cuenca vor einer Jury aus Vertretern des Tourismus, der Hotellerie, der Turespaña und des Landwirtschaftsministeriums durchsetzen. Denn León kann mit einem üppigen Angebot aus seiner Speisekammer dienen: Weine, Cecina, ein luftgetrocknetes Dörrfleisch, die landestypische Botillo-Wurst, Fleisch, Obst, Gemüse und Käsesorten. Außerdem möchten in León Hülsenfrüchte entdeckt werden, die sich durch drei Herkunftsbezeichnungen, sechs Garantiezeichen, neun geschützte geografische Angaben und eine Kollektivmarke auszeichnen.

Im Mittelpunkt der 155 Veranstaltungen zum Anlass der Prämierung stand der „Tapeo“. Das passt zu der Stadt, denn León führt die Rangliste Spaniens der meisten Bars pro Einwohnerzahl an. Auf eintausend Einwohner kommen etwa 5,03 Bars und zusätzlich gibt es 1.198 Restaurants. Eines davon, das Restaurant Cosinados, welches mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet ist. Zu den Höhepunkten der gastronomischen Veranstaltungen zählt der Guinness-Weltrekordversuch den größten Teller mit Cecina zu servieren, eine Vermouth-Route zu entwickeln, sowie der Besuch von Küchenchefs mit Michelin-Stern.

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KATALONIEN – Casa Vicens

Nach sehr aufwändigen und sorgfältigen Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten, konnte das erste Gebäude, welches Gaudí jemals entworfen hatte, für den Besuch eröffnet werden. Die Casa Vicens war 130 Jahre lang privates Wohnhaus und ist nun nach drei Jahren Renovierung innovativer Kulturraum und lebendiges Museum. Das jüngste Weltkulturerbeobjekt Barcelonas genießt außergewöhnliches Interesse der Öffentlichkeit. Dies beruht nicht nur auf seiner Bedeutung für Gaudís Gesamtwerk, sondern auch auf den beispiellosen Ornamenten. Mit der Casa Vicens hat Gaudí ein Manifest für sein Schaffen kreiert. Sie zeigt die absolute Stilfreiheit, die damals, zu der Zeit des weltberühmten Architekten völlig fremd war und auch auf seine darauf folgende kreative Entwicklung hin deutet. Das Gebäude antizipiert außerdem andere kontemporäre Bewegungen der Avantgarde im späten 19. Jh. in Europa.

Die Eröffnung der Casa Vicens für den Publikumsverkehr wurde nur durch ein strenge architektonische Konzipierung möglich, welche zum einen das Ziel hatte das Gebäude dem Original getreu wiederherzustellen. Dazu berief man sich auf alle zugänglichen Archiv-Quellen über den Künstler und den architektonischen, historischen und sozialen Kontext. Zum anderen sollte das Haus selbst als primäre Quelle zum Beweis für bauliche Hypothesen genutzt werden können.

Seit dem Beginn der Restaurierung 2015 hat die Casa Vicens tiefgreifende Veränderungen erfahren. Es gelang den Architekten, dem Haus sein ursprüngliches Erscheinungsbild, so wie es Gaudi zwischen (1883-1885) entworfen hatte, zurückzugeben und gleichzeitig Modernität und Funktionalität zu integrieren, damit man im Inneren einen Kulturraum und ein Museum erschaffen kann.

Zwischen 1883 und 1885 erbaute der 31-jährigen Gaudí das Sommerhaus, die Casa Vicens, für den Börsenmakler Manel Vicens i Montaner (1836-1895) . Es war Es war Gaudís erstes Bauwerk in Barcelona, in welchem er sein außergewöhnliches Talent unter Beweis stellte.

Das Haus sollte vier Etagen haben: einen Keller mit einem Lagerbereich; ein Erdgeschoss mit einem Esszimmer, Wohnzimmer und Küche; einen ersten Stock mit den Schlafzimmern und einen Dachboden für die Angestellten. Ursprünglich hatte es nur drei Fassaden, weil es an die Wand des daneben liegenden Gebäudes im Nordosten angrenzte. Die Hauptfassade im Südwesten öffnete sich zu dem weitläufigen Garten hin. Dank dieser Ausrichtung gab es das ganze Jahr über eine gute Sonneneinstrahlung und ein sehr angenehmes Wohnklima.

Eines der wichtigsten Bauelemente ist die Veranda im Erdgeschoss. Der zum Teil offene Raum verbindet den Innen- und Außenbereich des Hauses miteinander. Auf diese Weise integriert sich die Natur des Gartens optisch in das Wohn- und Esszimmer. Den Garten beherrscht ein großer Wasserfall im Inneren eines Parabolbogens, der auch die Veranda mit abkühlt.

Gaudí basiert sich in seiner Kreation auf die Einfachheit von Bautechniken, die tief in der katalanischen Tradition verwurzelt sind. Doch aufgrund seiner architektonischen Vorstellungen und Ideen entwickeln sich die Formen zu hoch komplexen Geometrien, in eine Komposition von polygonalen Linien. Diese hebt sich stark von den gekrümmten geometrischen Linien in seinen späteren Werken ab.

Bei der Casa Vicens spielte Gaudí mit hervor- und zurückstehenden Elementen, mit Farben und Texturen, mit Licht und Schatten, welche typisch für die maurische Architektur sind. Die mediterrane Vegetation dient zur Verbindung dieser Elemente.

Die Natur inspirierte Gaudí für seine gesamte Arbeit. Die Casa Vicens dient als erstes Beispiel durch seine zahlreichen natürlichen Elemente und Darstellungen. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht das gusseiserne Haustor, für welches Gaudí die Form von Palmwedeln verwandte und die Ringelblumen, die Gaudi auch als Ornamente auf den Keramikfliesen der Fassade anwandte.  Naturelemente sind nicht nur auf der Fassade und dem Äußeren des Hauses zu sehen, sondern Gaudí setzte sie auch im Inneren des Hauses ein, um der Natur dort Geltung zu schaffen. Eine Vielzahl von dekorativen Kunsthandwerkstechniken wie Malerei, Schmiedeeisenarbeiten, Holzbearbeitung, Keramik, und Wandmalereien wahren die Kontinuität zwischen Innen- und Außenräumen. Mit der Casa Vicens hebte sich Antoni Gaudí von allem ab, was zuvor in Katalonien gebaut worden war. Aus diesem Grund gehört das Gebäude zu den ersten Meisterwerken des Modernisme.

Für die Besichtigung der Casa Vicens wurde ein gut überlegtes Einlasssystem entwickelt. Dies ermöglicht den Besuchern trotz begrenzter Kapazität durch Kontrolle über Stoßzeiten ein persönliches Kunsterlebnis – eine Vorreservierung ist daher unbedingt notwendig!

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KATALONIEN – Safran, Öl und Wein

Bisher war lediglich der Ort Consuegra in Kastilien-La Mancha bekannt für den Anbau der kostbaren Safranfäden. Seit vergangenem Jahr jedoch wird auch in Lleida, einer Provinz weiter nördlich, das „rote Gold“ geerntet. Diese Bezeichnung ergibt sich aus dem hohen Preis des Krokusgewächses. Im Einzelhandelt kostet ein Gramm zwischen 7 und 25 Euro.

Ursprünglich war Gerrigues bekannt für sein Olivenöl, welches aus Albequines-Oliven gepresst wurde. Der Gemeindeverband liegt im Westen Kataloniens, unterhalb der Provinz-Hauptstadt Lleida, und bietet durch das trockene Klima in dieser Region beste Voraussetzungen für den Safrananbau. Neben dem traditionellen Anbau von Oliven und Mandeln wird daher nun auch die wertvolle Heil- und Gewürzpflanze angebaut, die dort den Markennamen „Safrá de les Garrigues“ trägt.

Der Granadiner Manuel Ramirez hat sich als erster daran gewagt, Safran in Katalonien anzubauen. Und es gelang ihm, hundertprozentigen katalanischen Safrá mit Unterstützung der Öl-Kooperative Cervià de les Garrigues auf den Markt zu bringen. Heute bilden etwa 60 Produzenten aus den Gemeinden Cervia de les La Pobla de Cérvoles, Garrigues, Vinaixa, L’Albagés, El Soleràs, El Vilosell und Les Borges Blanques die Genossenschaft. Gemeinsam bewirtschaften sie sechs Hektar. In Andalusien und Katalonien erfreut der Safran sich schon großer Beliebtheit und auch in Frankreich und Panama wird er vermarktet. Bald soll er auch nach Amerika exportiert werden. Außerdem soll er zukünftig seine Herkunftsbezeichnung „Safrá de Catalunya“ offiziell tragen dürfen.

Die Safranernte der Kooperative Safrá de les Garrigues konnte ihren Ertrag in der zweiten Ernte verdreifachen. Die Plantagen, bereits in voller Produktion, brachten statt 4,5 Kilo im Vorjahr nun 12 Kilo. Dies liegt auch daran, dass 8000 Kilo Krokusknollen angebaut wurden, das sind 3000 mehr als im Jahr zuvor.

Am 12. Oktober, wenn die Jungfrau Pilar gefeiert wird, beginnt die Safran-Saison und dauert etwa einen Monat. In dieser Zeit blüht die Krokusblüte jeden Tag aufs Neue, muss aber auch jeden Tag am frühen Morgen gepflückt werden, um zu verhindern, dass sie verwelkt. Bei dem Pflücken ist es nicht möglich Maschinen einzusetzen. Dies muss per Hand gemacht werden. Dieser aufwändige Arbeitsschritt erklärt den stolzen Preis des Produktes. Die Landwirte erzielen etwa 8000 Euro pro Kilo.

Die IV. Safranmesse fand am 24. Oktober in Cervia de les Garrigues statt. In dessen Rahmen fand ein Wettbewerb im Safran-Ernten und dem Entfernen der Staubfäden aus der Blüte in der Cooperativa del Campo statt. Die Besucher konnten dort verschiedene Speisen probieren, die mit Safran gewürzt wurden.

Neben dem Safran stehen auch das Olivenöl und der Wein im Mittelpunt des Tourismus in Garrigues. Das hochwertige, frisch gepresste Olivenöl „Virgen Extra“, mit der Herkunftsbezeichnung Garrigues‘, ist schon für sich allein eine Besonderheit. Im Herbst und Winter empfangen die Mühlen der unterschiedlichen Dörfer und die Genossenschaften eine Vielzahl von Besuchern. Hier können die Reisenden nicht nur die Region besser kennenlernen, sondern auch das flüssige Gold erwerben.

Das extra native Olivenöl gepresst aus der Arbequina-Olive ist international hoch anerkannt. In den Kooperativen und Ihren Mühlen können die Touristen aus dem In- und Ausland einen Einblick in die meist traditionellen Herstellungsverfahren bekommen. Die Weingüter der Garrigues laden zur Verkostung ihrer hochwertigen Weine mit der Herkunftsbezeichnung Costers del Segre ein. Die besondere Qualität der Reben begünstigt der Kalkboden, das Mittelmeerklima mit heißen Sommern und kalten Wintern und wenig Niederschlag. Für Besucher stehen die Weingüter Celler Cérvoles und Mas Blanch i Jové in La Pobla de Cérvoles; Celler Clos Pons in L’Albagés; Vinya els Vilars in Arbeca und Tomás Cusiné in El Vilosell  und Celler Matallonga in Fulleda offen. Es empfiehlt sich bei Interesse an einer Verkostung, sich frühzeitig über Eintrittspreise und Öffnungszeiten zu informieren.

Im Herbst sind neben den kulinarischen Erkundungen auch Wander- und Radtouren sehr reizvoll. Diese stehen auf der Webseite www.turismegarrigues.com geopositioniert bereit. Die Vielzahl an typischen Schutzhütten aus Naturstein lohnt besonders einen Abstecher, sowie Fahrten entlang des Kanals und des Flusses Set, die Kalkroute oder ein Besuch des Arboretums.